Zuständige Behörde für Tierschutz

Saale - Holzland - Kreis Landratsamt
Amt für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung
07646 Stadtroda, Kirchweg 18

Postanschrift: Landratsamt; Postfach 1310; 07602 Eisenberg
Telefon: 036691/70838; Fax: 036691/70766

Bereitschaftsdienst der Amtstierärzte für den Saale - Holzland - Kreis und die kreisfreie Stadt Jena über Rettungsleitstelle Jena
Telefon: 0 36 41 - 44 44 44
Fax:      0 36 41 - 44 28 11

Tierkrankheiten

Hundeseuche
Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche, Weil'sche Krankheit)

ZoonoseBakterium: Leptospira (aerobes Schraubenbakterium)

Diese Infektionskrankheit wird durch Bakterien (den Leptospiren) hervorgerufen und sie kann Tiere und Menschen betreffen.

Das Infektionsspektrum erstreckt sich über alle Warmblüter. Das Bakterium setzt sich in deren Nieren fest. Als natürliches Reservoir lassen sich kleine Nager (Ratten, Hamster, Igel, Maulwürfe), aber auch Füchse, Schlangen und Eidechsen, ausmachen.

Hunde jeder Altersgruppe sind für die Krankheit empfänglich. Infizierte Hunde können den Erreger über lange Zeit mit dem Urin ausscheiden. Jedoch muß der Hund nicht unbedingt direkten Kontakt mit den infizierten Tieren oder mit Artgenossen haben. Der Erreger kann nämlich über längere Zeit in Pfützen überleben, so daß sich Hunde, die daraus trinken, auch auf diesem Weg anstecken können.

Zur Hauptkontamination kommt es durch verseuchtes Wasser, Futter, durch orale Aufnahme oder durch kleine Hautläsionen (Tierärzte, Metzger, Reisbauern).

Ein bis zwei Wochen nach der Infektion kommt es zur Erkrankung mit oft untypischen, schwer zu deutenden Symptomen. In schweren Fällen beginnt die Krankheit mit plötzlicher Schwäche, Futterverweigerung, Erbrechen und Fieber. Atembeschwerden und vermehrter Durst sind, ebenso wie häufiger Harnabsatz, weitere Anzeichen. Bei manchen Hunden entwickelt sich eine Gelbsucht. Erkrankte Hunde erheben sich nur ungern und äußern Schmerzen bei Druck auf die Nierengegend. Das Überstehen der Krankheit kann chronische Nieren-schäden hinterlassen.

Den besten Schutz gegen die Leptospirose bietet die regelmäßige Impfung.

Information zur Katzenseuche

Virus: CPV-2 - Canines Parvovirus 2

Die Parvovirose des Hundes brachte nach ihrem plötzlichen Erscheinen im Jahre 1978 Tierärzten und Hundehaltern zu Bewußtsein, daß tatsächlich noch neue Viruskrankheiten auftreten können.

Das eng mit dem felinen Panleukopenievirus und dem Nerzenteritisvirus (Aleutenkrankheit) verwandte Parvovirus 2 ( CPV - 2 ) des Hundes wird seit 1979 auch im deutschen Sprachraum beobachtet. Auch wenn es eng mit dem "Katzenvirus" verwandt ist, kann weder eine Katze einen Hund, noch ein Hund eine Katze, anstecken.

Die Parvovirose kann in zwei verschiedenen Formen verlaufen, der myokarditischen (Herzmuskelentzündung), deren Prognose i.d.R. infaust ist, und der enteritischen (Entzündung der Darmwand), deren Verlauf ab einem Gewichtsverlust von über 12% ebenfalls oft tödlich ist.

Die Herzmuskelentzündung kommt nur bei jungen Hunden bis zu einem Alter von drei bis vier Monaten vor und ist heutzutage durch hohe maternale Antikörpertiter ausgesprochen selten. Im Gegensatz dazu ist trotz umfangreicher Impfungen eine Eindämmung der enteritischen Form nicht festzustellen.

Da die Morbidität (Erkrankungsrate) des Parvovirus nicht so hoch ist, wie die des felinen Panleukopenievirus, und weil die Erkrankung im Experiment nicht immer ausgelöst werden kann, geht man von einer individuellen Prädisposition aus.

Das Virus vermehrt sich wie auch das Panleukopenievirus in sich schnell teilenden Zellen, weshalb es eine besondere Affinität zum Knochenmark, lymphatischem Gewebe und den Enterocyten hat. Die betroffenen Zellen sterben ab.

Man vermutet, daß der Befall des Knochenmarkes immer zu einer Leukopenie (Verminderung der weißen Blutzellen) führt, die jedoch sehr kurzzeitig sein muß, da sie relativ selten nachzuweisen ist.

Das Virus wird mit dem Kot über 12 - 14 Tage ausgeschieden, wobei es vermutlich auch Dauerausscheider gibt, da das Parvovirus dazu neigt zu persistieren.

Die Parvoviren werden von den betroffenen Hunden millionenfach mit dem Kot ausgeschieden. Virushaltiger Kot ist also die Hauptursache für eine Ansteckung. Besonders gravierend ist dabei das Problem, daß die Erreger sehr langlebig sind. Noch Jahre später können sie eine Erkrankung hervorrufen. Praktisch jedes Hundehäufchen stellt eine potentielle Gefahr dar. Sei es, daß Ihr Hund beim Ausgang daran schnuppert, oder daß Sie selbst, z.B. an den Schuhen haftend den Virus mit nach Hause bringen.

Die Tiere nehmen das Virus peroral auf.

Im Darm werden besonders die Lieberkühn´schen Krypten befallen, was zu einer Epithelentblößung der Mucosa führt.

Unter physiologischen Bedingungen vermehren sich ungefährliche Kommensalen sehr stark, v.a. im Dünndarm. Durch die zerstörte Darmwand können Bakterien und Toxine in die Blutbahn gelangen und Sepsen ("Blutvergiftung) hervorrufen.

Klinisch zeigen Tiere, die an der enteritischen Form (Darmform) des Virus erkranken, ein reduziertes Allgemeinbefinden, z.T. Fieber, starkes Erbrechen und Durchfälle, die explosionsartig abgesetzt werden und oft Blut enthalten.

Der durch Durchfall und Erbrechen sehr hohe Wasser - und Elektrolytmangel führt zu Gewichtsverlusten bis zu 15 %. Die hochgradig exsikotischen Tiere leiden v.a. an einem Bicarbonatmangel, der zu einer lebensbedrohlichen Acidose [Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts zugunsten der sauren Valenzen (Zunahme H+-Ionen abgebender chem. Verbindungen); nachweisbar durch Bestimmung der Alkalireserve (ergibt Abnahme der Bicarbonat- = HCO3-Konz.) werden kann (Blut pH sinkt )].

Entscheidend für den Verlauf der Erkrankung ist ein Beenden der schweren hämorrhagischen Enteritiden und ein Ausgleich des Wasserhaushaltes sowie eine ausreichende Versorgung mit Elektrolyten, insbesondere Kalium und Bicarbonat.

Als diagnostische Methode bietet sich dem behandelndem Tierarzt der Erregernachweis im Kot an.

Den besten Schutz gegen die Parvovirusinfektion bietet die regelmäßige Impfung.

Ansteckende Leberentzündung

Ansteckende Leberentzündung; früher Rubarthsche Krankheit
Virus: CAV 1 - Canines Adenovirus 1

Bei der ansteckenden Leberentzündung handelt es sich um eine Virusallgemein-erkrankung. Das Virus ist in der Population weltweit verbreitet. Gefährdet sind allerdings nur Hunde und andere Fleischfresser. Eine Infektion des Menschen durch den Hund ist ausgeschlossen.

 

Im Gegensatz zum Staupevirus wird das CAV1-Virus nicht auf dem Luftwege übertragen. Hier ist der direkte Kontakt, die orale Aufnahme von Urin, Kot oder Speichel infizierter Tiere notwendig. Kranke, aber auch gesund erscheinende Hunde, sind die Hauptüberträger der Erkrankung.


Hunde, welche die Erkrankung überstanden haben, können noch monatelang Hepatitisviren ausscheiden und verbreiten. Die Inkubationszeit beträgt 6 bis 9 Tage. Das erste Symptom ist Fieber, oft über 40 °C, welches 1 bis 2 Tage anhält. Manche Hunde erholen sich danach und haben keine weiteren Erscheinungen. Bei denjenigen jedoch, wo kurz nach dem ersten ein zweiter Temperaturanstieg folgt, kommt es zu ernsten Erkrankungssymptomen. In den schwersten Fällen sieht man, wie ein augenscheinlich gesunder Hund plötzlich kollabiert und innerhalb von 24 Stunden stirbt.


Lustlosigkeit, Verweigerung der Futteraufnahme und auffallender Durst sind regelmäßig auftretende Symptome. Bauchschmerzen oder eine Überempfind-lichkeit in diesem Gebiet werden häufig beobachtet. Die erkrankten Hunde vermeiden jede Bewegung. Im weiteren Verlauf kommt es zu Augen- und Nasenausfluß (aus diesem Grunde wurde die Krankheit früher oft mit der Staupe verwechselt), Erbrechen und manchmal auch zu Durchfall .


Die Leberschädigung verursacht unter anderem Störungen in der Blutge-rinnung. Es kann zu Unterhautblutungen am Unterbauch kommen.

Daneben kann es bei dieser Erkrankung auch zu einer vorübergehende Hornhauttrübung am Auge (blue eye, Milchglasauge) während der klinischen Genesung auftreten. Sie ist das Ergebnis einer Uveitis anterior, Iridocyclitis und eines Hornhautödems. Es handelt sich hierbei um eine allergische Reaktion, die spontan zurückgeht. Sie tritt gelegentlich auch nach einer Impfung mit attenuierten Stämmen des CAV-1 auf. Hunde, die überleben, zeigen verringerte Gewichtszunahme, und oftmals bleibt eine chronische Hepatitis zurück.
Die systemische Impfung hat dazu geführt, daß die Hepatitis in der westeuropäischen Hundepopulation kaum noch vorkommt. Trotzdem sollten Sie Ihren Hund gegen diese Infektionskrankheit immunisieren lassen.

Information zu Staube

Englisch: canine distemper; Französisch: maladie de Carré
Virus: Staupevirus gehört mit dem Maservirus zu den Paramyxoviren

ntesten und gefürchtetsten Infektionskrankheiten der Hunde.
Das Krankheitsbild ist seit mehr als 2 Jahrhunderten bekannt. Der Staupevirus kommt in allen Ländern mit Hundehaltung vor und ist auch hierzulande noch weit verbreitet.
Obwohl die Bedeutung der Staupe seit Einführung der Impfung sehr zurückgegangen ist, treten wieder vermehrt Fälle dieser Erkrankung auf (vorallem seit der Öffnung der Grenzen zum Osten).
Ihr Hund kann sich nicht nur durch Kontakt mit einem anderen Hunden anstecken, sondern Gefahr droht z.B. auch beim Waldspaziergang, weil z.B. Marder und Frettchen (und andere Fleischfresser) die Krankheit übertragen können.

Die Staupe kann akut, subakut oder chronisch verlaufen. Je nach den dominierenden Symptomen spricht man von der katharrhalischen, gastrischen, respiratorischen, pneumonischen, nervösen Staupe oder auch vom Hard - pad Syndrom, wobei im Verlauf der Erkrankung oft die eine Form in die andere übergeht.

Ein infizierter Hund scheidet mit sämtlichen Sekreten und Exkreten das Virus (Tröpfcheninfektion) aus, welches anschließend von einem anderen Tier oral oder aerogen aufgenommen wird, so daß es in das lymphatische Gewebe des Waldeyer`schen Rachenringes oder der Bronchiallymphknoten gelangt, in denen es sich vermehrt.

Am 3. bis 4. Tag p.i. (nach der Infektion) gelangt das Virus von dort ins Blut, dieser Zustand wird als virämisches Stadium bezeichnet. Von diesem Zeitpunkt an läßt sich das Virus in Milz, Lymphknoten und Thymus nachweisen, später auch in der Lamina propria des Darmes. Besteht ein Antikörpermangel des infizierten Tieres, kann es auch zu einer Manifestation des Virus im ZNS kommen (nervöse Form der Staupe).

Erste Krankheitsanzeichen treten etwa 1 Woche nach der Ansteckung auf. Sie beginnen mit hohem Fieber, Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Begleitet werden diese Symptome von anfänglich wäßrig-klarem Augen- und Nasenausfluß, der im weiteren Verlauf dann zähflüssig wird. Dieser Ausfluß ist im höchsten Maße ansteckend. Entweder unmittelbar anschließend, oder nach einer fieberfreien Phase der scheinbaren Erholung, können weitere Krankheitssymptome auftreten.

Die Ausprägung der Symptome hängt vom Individuum, dem Alter des Tieres, der Immunkompetenz, der Virulenz des Erregers und der Art der Sekundärerreger, insbesondere wenn es sich hierbei um andere Viren, wie z.B. Parvo - oder Coronaviren handelt, ab.

Meistens erfolgt zeitgleich mit der Phase der Virämie ein erster Fieber-schub, begleitet von einem leicht gestörten Allgemeinbefinden, Anorexie (keine Futteraufnahme) und / oder einer Konjunktivitis (Bindehautentzündung).

Diese Phase bleibt oft unbemerkt oder sie führt in der akuten Form der Staupe zum Tod des Tieres.

Im Verlauf der Organbesiedlungen und einer Immunsuppression treten Sekundärinfektionen und i.d.R. ein weiterer Fieberschub auf.

Ein manifester Verlauf ist vorwiegend im Alter von 3 bis 6 Monaten (Auftreten von Schmelzdefekten -> dem sogenannten Staupegebiß ) ist bei geschwächten, gestreßten, ungeimpften Hunden oder gelegentlich bei alten Tieren, die nicht mehr nachgeimpft wurden, zu erwarten.

Die gastrointestinale Form zeigt folgende Symptome:
Erbrechen, katharrhalischer Durchfall, Exsikkose und rasche Abmagerung. Ein Durchfalleintritt vor oder mit respiratorischen Symptomen ist immer ein deutliches Signal einer möglichen Staupeinfektion.

Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die sog. nervöse Form der Staupe. Dabei verursacht das Staupevirus Schädigungen am Gehirn. Das äußert sich in psychischen Veränderungen, Zittern, Gleichgewichts-störungen, Lähmungen und Krampfanfällen, vergleichbar dem Erscheinungsbild der Multiplen Sklerose.

Der Schweregrad der verschiedenen Formen kann variieren. Die nervöse Form endet jedoch immer tödlich bzw. erfordert, daß der Hund eingeschläfert werden muß.

Eine Staupeinfektion kann histologisch über den Nachweis von cyto - plasmatischen Einschlußkörperchen in den Lymphocyten oder über einen Nachweis von Antikörpern im Blut mittels Immunfluoreszens geschehen.

Die einzig wirksame Methode, Hunde gegen die Staupe zu schützen, ist die konsequente Impfung.

Information zu Welpensterben

Herpesvirus Canis-Infektion

Infektiöses Welpensterben
Virus: Canides Herpesvirus (CHV)

Die CHV-Infektion ist weit verbreitet. Der Verlauf der CHV-Infektion ist alters-abhängig. Die Erkrankung verläuft bei Welpen innerhalb der ersten 14 Lebenstage letal (tödlich).

Es handelt sich um eine generalisierte Infektion. Bei älteren Hunden verläuft die Infektion meist milde. Die Virusübertragung bei dem erwachsenen Hund erfolgt auf dem aerogenen Weg oder über den Genitalapparat.

Kennzeichnend sind:
Bei aerogener Infektion: katarrhalische Rhinitis  (Nasenschleimhautentzündung), Konjunktivitis
Bei einer Infektion über die Genitalien: Vulvovaginitis (Entz. der Vulva und der Vagina), Balanoposthitis (Eichel-Vorhaut-Katarrh); desweiteren können sich Genitalinfektionen negativ auf die Fertilität (Fruchtbarkeit) auswirken. Canines Herpesvirus wird auch als Begleitkeim bei dem Zwingerhustenkomplex nachgewiesen.

Die Hauptinfektionsquelle für die Welpen ist die Mutterhündin. Diese scheidet im Zuge einer Erstinfektion oder nach einer Reaktivierung einer latenten Infektion unter dem Streß der Geburt und der einsetzenden Laktation das Virus aus. Trächtige Hündinnen können Ihre Welpen bereits transplazentar (über die Gebärmutter) mit CHV infizieren. Diese Welpen kommen dann sterbenskrank auf die Welt und verenden innerhalb der ersten Lebenstage.
Eine Infektion kann auch während der Geburt (peripartal) oder nach der Geburt (postpartal) erfolgen. Nach einer Inkubationszeit von 3-7 Tagen kann bei diesen Welpen ein perakut bis akut verlaufendes Krankheitsbild eintreten. Dieses äußert sich in Apathie, Anorexie (Freßunlust), Dyspnoe, Diarrhoe und Schmerzschreie. Es endet meistens mit dem Tode. Es erkranken alle Welpen eines Wurfes und die Sterblichkeit beträgt annähernd 100 %.

Durch die Aufnahme von CHV-spezifischen Antikörper mit dem Kolostrum (Vormilch), wenn diese in ausreichender Menge enthalten sind, bleiben neugeborene Welpen vor einer Erkrankung geschützt. Allerdings schützen diese Antikörper nicht vor einer lebenslangen Infektion. Daher geht häufig nur der erste Wurf einer CHV-positiven Hündin verloren, da durch eine ständige Reaktivierung der latenten Infektion auch eine ständige Auffrischung (Boosterung) der Antikörper erfolgt. Die folgenden Würfe sind durch einen höheren Antikörpertiter der Mutter besser geschützt.

Der Nachweis einer akut ausgebrochenen CHV-Infektion erfolgt durch die Virusisolierung. Es sollten hierbei Tupferproben von den Nasen-Rachen- bzw. Genitalschleimhäuten des Hundes mit akuten Symptomen genommen werden. Nach einer tödlich verlaufenen, generalisierten Infektion kann CHV aus allen inneren Organen isoliert werden.

Ein indirekter Nachweis (Antikörpernachweis) kann ebenfalls am lebenden Tier durchgeführt werden. CHV-psoitive Tiere sind latent mit CHV infiziert und können das Virus intermittierend ausscheiden. Diese Tiere müssen keine klinischen Symptome zeigen.

CHV und die Hundezucht:

Seropositive Hunde sind potentielle Virusausscheider, die andere Hunde infizieren können. In Zwingern mit CHV-positiven Zuchthündinnen besteht ein erhöhtes Aufzuchtrisiko. Die Welpen dieser Muttertiere sind mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederum Träger und Ausscheider des CHV. Das Ziel sollte eine CHV-freie Zucht sein. Aus diesem Grund sollten stets nur seronegative Partner zur Anpaarung ausgewählt werden. Potentielle Virusausscheider sollten isoliert werden.

Es gibt gegen diese Krankheit inzwischen einen Impfstoff, der die Krankheit im günstigsten Fall verhindert. Dazu sind aber weitere Faktoren notwendig. Die Zurückdrängung ist dort, wo die Haltungsbedingungen sehr gut sind - Sauberkeit, gute hygienische Verhältnisse - am höchsten. Nicht alle Hundehalter haben aber solche Bedingungen, von Vorbeugemaßnahmen / -untersuchungen ganz abgesehen.

Rabies - Lyssa - La Rage
Virus: Fam. Rhabdoviridae, Genus Lyssavirus
Zoonose

Die Tollwut ist eine seit langer Zeit bekannte Krankheit, die sowohl Säugetiere als auch Vögel befallen kann.
Die erste Erwähnung im Codex Eshnunna wird vor Moses datiert. Darüber hinaus ist sie eine gefährliche Zoonose(Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen u. umgekehrt übertragen werden).

Die Tollwut ist nach wie vor eine der gefährlichsten Virusinfektionen für Mensch und Tier. Die Hauptinfektionsquelle sind wildlebende Fleischfresser, in erster Linie Füchse. In letzter Zeit wurde das Virus aber auch verschiedentlich bei Fleder-mäusen nachgewiesen. Deren epidemiologische Rolle ist jedoch ungeklärt.
Die Inkubationszeit (die Zeitspanne zwischen der Ansteckung u. dem Auftreten von Krankheitszeichen) variiert zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten. Dabei ist die Entfernung zwischen der Lokalisation der Infektionsstelle und dem Zentralennervensystem von entscheidender Bedeutung.

In der Regel erfolgt die Infektion durch Biß, aber auch durch eine Wundinfektion.

Tollwutviren werden von infizierten Tieren mit dem Speichel ausgeschieden. Bißverletzungen durch tollwutinfizierte Tiere sind deshalb besonders gefährlich, weil das Virus über Wunden sofort in den Körper gelangt. Aus diesem Grund sollten Sie es auch unbedingt vermeiden zutrauliche Wildtiere oder zum Beispiel einen überfahrenen Fuchs mit bloßen Händen zu berühren.

Üblicherweise wird der klinische Verlauf der Tollwut in drei Stadien eingeteilt: Prodromal-, Exzitations- und Paralyse-Stadium.

Das erste Anzeichen ist oft eine Verhaltensänderung, so werden scheue Tiere zutraulich. Im weiteren Verlauf kann es zu Erregungszuständen (Exzitationsstadium) kommen.

Diese beiden Stadien sind auch durch Nervosität, Scheu, vermehrter Speichelfluß und Schluckbeschwerden bestimmt. In typischen Fällen kommt es auch zur Hydrophobie (Wasserscheue).

Kurz vor dem Tod treten Lähmungen der Rumpf- und Skelettmuskulatur (Paralysestadium) auf. Der Tod tritt zumeist innerhalb einer Woche ein.


Da die Krankheitserscheinungen bei Tollwut sehr vielfältig sein können, muß dringend empfohlen werden, falls Sie selbst oder Ihr Hund Kontakt mit einem tollwutkranken oder verdächtigen Tier hatten, unverzüglich einen Arzt oder Tierarzt aufzusuchen. Geimpfte Hunde sind in diesem Fall rechtlich besser gestellt als ungeimpfte, für die eine sofortige Tötung angeordnet werden kann. Für Auslandsreisen ist zu beachten, daß die einzelnen Länder sogenannte Einreisebestimungen erlassen haben. In der Mehrzahl der Fälle wird die Einreise mir einem Hund nur dann erlaubt, wenn eine gültige Tollwutimpfung nachgewiesen werden kann.


Nach der Infektion mit dem Tollwutvirus gelangt das Virus zentripetal in das ZNS und vermehrt sich dort in den neuronalen Zellen. Auf dendritischem Wege erfolgt eine zentrifugale Virusausbreitung mit Infektion der Speicheldrüsen.

Am lebenden Tier kann die Diagnose "Tollwut" nicht sicher gestellt werden. Ein 100 %iger Nachweis läßt sich nur am toten Tier durchführen. Seuchenkranke Tiere müssen zum Abklären eines Tollwutverdachtes getötet und deren Gehirne untersucht werden. Ansteckungsverdächtige Tiere werden einer Quarantäne und Beobachtung unterworfen. Bei Tieren sind postinfektionelle Imfpungen generell untersagt.
Für die Impfung von exponierten Meschen steht ein gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung. Dieser ist auch nach einer Infektion bis zu etwa 7 Tagen nach der Ansteckung einsetzbar.

Die einzig wirksame Methode, Hunde gegen die Tollwut zu schützen, ist die konsequente Impfung.

 

Spendenkonto: Volksbank Eisenberg eG  IBAN DE49830944940000022160

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