Liebe
Frettchenfreunde,
wenn Sie
diese Zeilen lesen, haben sie sicherlich schon mit dem Gedanken gespielt,
sich ein Frettchen anzuschaffen oder sind bereits stolzer Frettchenbesitzer.
Um Ihnen einen kleinen Einblick in das Frettchenleben zu ermöglichen,
sind hier einige Kurzinformationen zusammengefasst.
Bei der Haltung von Frettchen, gibt es viele Punkte zu beachten, dies
sind nur einige davon:
Frettchen brauchen unheimlich viel Menschenkontakt. Gerade Welpen, Frettchen
die kaum Menschenkontakt hatten, - oder aus anderen Gründen - beißen
am Anfang. Woher soll so ein kleines Tierchen auch wissen, das es den
Menschen nicht so fest kneifen darf, wie seine Artgenossen. Wenn man
sieh sehr viel mit seinen neuen Hausgenossen beschäftigt, lässt
dieses Beißen meist nach kürzester Zeit nach.
Auch zahme Frettchen können schon mal kräftig zwicken, wenn
ihnen etwas nicht passt, oder man sie zu grob anfasst. Das muss man ebenfalls
in Kauf nehmen. Schließlich ist das die einzige Möglichkeit
sich gegen einen so großen Mensch zu wehren.
Frettchen sollten niemals alleine gehalten werden, mindestens zwei sollten
es schon sein, da es Gesellschaftstiere sind. Sie spielen, kämpfen,
kuscheln und schlafen zusammen, wobei sie den Menschen niemals vernachlässigen.
Viele Menschen denken, das zwei Frettchen sich mehr miteinander beschäftigen
und den Menschen außer Acht lassen, dem ist nicht so. Bei Käfighaltung
benötigen Frettchen eine große Voliere. Die Grundfläche
sollte schon 2 bis 3 Quadratmeter groß sein. Die Höhe sollte
auch etwa 2 Meter betragen, so dass man durch mehrere Etagen die Lauffläche
vergrößern kann. Je größer, umso besser. Spielmöglichkeiten,
mehrere Schlafplätze usw. sind selbstverständlich. Dennoch
brauchen sie täglich mehrere Stunden Freilauf, außerhalb des
Käfigs.
Frettchen werden bis etwa 90 Prozent sauber. Hier muss der Mensch sehr
viel Geduld aufbringen und dem Frettchen helfen, sauber zu werden. Immer
wieder wird man ein Häufchen in der Wohnung finden. Man muss also
bereit sein, auch mal etwas aufzuwischen.
Frettchenfähen, mit denen man nicht züchtet (das Züchten
mit Tierheimtieren ist aus Tierschutzgründen sowieso verboten),
müssen unbedingt im richtigen Alter kastriert werden, wegen der
möglichen Dauerranz, an der die Fähen qualvoll sterben. Auch
Rüden sollten kastriert werden, da ein unkastrierter Rüde in
der Ranzzeit meist sehr aggressiv auf seine Artgenossen reagiert.
Kleinkinder sollten mit Frettchen nur unter Aufsieht spielen. Besser
wäre es abzuwarten, bis die Kinder älter sind. Denn beißen
sie einmal zu, müssen sie meist den Rest ihres Lebens in Käfigen
verbringen. Das führt nach kürzester Zeit zu Verhaltensstörungen.
Was frisst ein Frettchen:
Frettchen sind Fleischfresser. Sie können pflanzliche Nahrung nicht
verwerten, diese scheiden sie unverdaut wieder aus. Obst und Gemüse
sollte deshalb nicht auf ihrem täglichen Speisezettel stehen. Zwischendurch
als Belohnung ist
allerdings nichts einzuwenden. Nötig ist dies allerdings nicht,
da viele Frettchen teilweise Fertigfutter bekommen und dort schon ein
geringer Teil an pflanzlichen Stoffen enthalten ist (so weit es sich
um hochwertiges Futter handelt). Frischfleisch (kein Schweinefleisch),
Innereien, Eintagsküken, hochwertiges Fertigfutter mit hohem Protein-
und Fettgehalt sollte verabreicht werden. Milch (Katzenmilch) und ähnliche
Produkte, sollten nur in ganz geringen Mengen gegeben werden, da die
meisten Frettchen Durchfall davon bekommen.
Gesalzene oder gewürzte Speisen, Tischabfälle usw. gehören
nicht auf den Speiseplan eines Frettchens. Auch Fertigfutter mit Zucker,
Karamalstoffen usw. ist schädlich. Die Folgeschäden machen
sich oft erst nach Jahren bemerkbar, wenn die Tiere dann schon todkrank
sind.
Frettchen brauchen rund um die Uhr Zugang zum Futter. Es reicht nicht
die Tiere ein oder zweimal täglich zu flittern, wie man es von anderen
Tierarten keimt, da der Stoffwechsel und Körperaufbau nicht mit
anderen Tierarten zu vergleichen ist. Da Frischfleisch und Nassfutter
schnell verdirbt und die Frettchen es erschleppen, hat sich Trockenfutter
bewährt. 2 x täglich kann man dann auch Frischfleisch oder ähnliches
anbieten.
Frettchen spielen und toben ihr Leben lang. Manche Frettchen fordern
ihren Besitzer durch zwicken zum spielen auf. Sie tanzen durch die Wohnung
und nichts ist vor ihnen sicher. Dabei braucht man kaum Geld ausgeben
um ihnen Spielmöglichkeiten zu bieten. Frettchen freuen sich über
so viele Kleinigkeiten. Ein wedelndes Handtuch, ein alter Wäschekorb
mit Tüchern, Röhren zum durchkriechen, ein Karton mit Löchern,
Bällchen, Klettermöglichkeiten, alte Schuhe usw. erfreuen Frettchen
ungemein. Ist ein Spielzeug langweilig, nimmt man es für zwei Tage
weg und gibt es ihnen danach wieder. Trotz aller Spielmöglichkeiten,
für Frettchen gibt es nichts schlimmeres als die Vernachlässigung
des Menschen. Deswegen ist es so wichtig sich täglich mehrere Stunden
mit ihnen zu beschäftigen.
Übrigens kann man Frettchen auch frei in der Wohnung halten. Natürlich
muss die Wohnung frettehensicher gestaltet sein und eine Verletzungs- oder
Vergiftungsgefahr ausgeschlossen werden. Ihnen ist nichts heilig, so werden
Blumenkübel ausgeleert, der Abfalleimer muss in Sicherheit gebracht werden,
den Tisch den sie erreichen, wird auch abgeräumt. Ein Glas oder ähnliches,
gehört auch nicht auf den Tisch, denkt sich das Frettchen und räumt
auf. Und warum sollte die Wäsche ordentlich in einem Schrank liegen, es
ist doch viel praktischer alles auszuräumen um sich reinzukuscheln. Frettchen
haben ihren eigenen Ordnungssinn.
Frettchen gehen auch sehr gerne spazieren. In Wäldern und auf Wiesen
gibt es viele interessante Gerüche und sie können ihre geliebten
Löcher graben.
Neben einer Menge Spaß, bringen sie auch jede Menge Arbeit mit
sich. Die Bedürfnisse dieser Tierart und die Nachteile einer Frettchenhaltung
sollten nicht unterschätzt werden. Bitte informieren Sie sich vor
der Anschaffung eines Frettchens ausgiebig und besuchen Sie einen Frettchenbesitzer
in Ihrer Nähe oder nehmen. Sie vorübergehend ein Frettchen
zur Urlaubspflege auf. So können Sie am besten entscheiden, ob es
denn wirklich ein Frettchen sein soll, welches als neues ,,Familienmitglied" bei
Ihnen einzieht. Nicht für jeden Tierliebhaber sind Frettchen die
geeigneten Haustiere. Die Lebenserwartung eines Frettchens beträgt
ungefähr 8 bis 10 Jahre. Dies ist eine lange Zeit, in der Sie das
Frettchen mit allem nötigen versorgen müssen, um es gesund
zu erhalten. Sie haben eine große Verpflichtung, müssen für
eine artgerechte Haltung, eine angepasste Fütterung, regelmäßige
Pflege Ihrer Schützlinge und vor allem viel Zeit sorgen.
Sie noch keine Frettchen hatten empfehlen wir Ihnen, sich ein Buch über
Frettchen anzuschaffen. Hier finden sich meist viele nützliche Tipps
und es hilft auch sein Tier besser zu verstehen und Krankheiten rechtzeitig
zu erkennen. Ein Buch kann allerdings nur einen theoretischen Einblick
ins Frettchenleben ermöglichen, deshalb ist ein Besuch bei einem
Frettchenbesitzer anzuraten, um die Tiere mal live vor Ort zu erleben. |