Liebe
Tierfreunde!
Sie
tragen sich mit dem Gedanken einem Chinchilla neues Zuhause zu geben
oder haben sich bereits für Ihren neuen Liebling entschieden.
Lesen Sie bitte hierzu folgende Hinweise:
Allgemeines:
Chinchillas sind nachtaktiv, brauchen tagsüber Ruhe und sind als
Streicheltiere ungeeignet, da ihr Fell, welches dem Chinchilla zum Schutz
vor Fressfeinden dient, ganz leicht ausfällt und durch viele Streicheleinheiten
leidet. Ein Chinchilla will auch nicht immer und überall gestreichelt
werden. Langschwanz-Chinchillas sind bis auf einzelne Exemplare nur noch
Züchtungen aus der Pelzindustrie, die, wenn das Fell / Tier untauglich
für Mäntel war, in den Handel abgegeben wurden. Durch diese
Art der Verbreitung des Chinchillas gibt es auch derzeit noch sehr viele
Tiere mit durch die Zucht verursachten „Fehlern, z.B. Krämpfen
und schlechtem Sehvermögen. Für einen einzigen Pelzmantel werden
70-400 dieser possierlichen Tiere „benötigt". Die Tiere
werden in viel zu kleinen Käfigen ohne große Bewegungsmöglichkeit
und Ausstattung, lediglich einem Sandbad für' s Fell, gehalten und
durch Strom oder Genickbruch getötet. Heute, wie zu Beginn der im
16. Jahrhundert noch erfolglosen „Chinchilla-Zucht", sind
die meisten Probleme und Krankheiten auf fehlendes Wissen der Halter
und falsche Haltung zurückzuführen.
Ernährung:
Chinchillas . ernähren sich von trockenen Pflanzenbestandteilen.
Getrocknetes Heu sollte daher immer ausreichend vorhanden sein. Als „Mahlzeit“
bieten verschiedene Alleinfutter für Chinchillas die richtige Ernährung.
Meist besteht diese hauptsächlich aus Chinchilla-Pellets. Ein paar
Chinchilla-Kräuter, Hagebutten (Vit. C) oder andere Chinchilla taugliche
Futterbestandteile können dazugemischt werden. Verwenden Sie nie
anderes Futter als Chinchillafutter! Zwar mögen andere Futterarten ähnlich
aussehen, jedoch neigen Chinchillas im Gegensatz zu anderen Nagern leicht
zu Koliken die auch zum Tod des Tieres führen können. Leckerlies
sollten nur in Maßen verfüttert werden.
An Trinkwasser sollte es auch nie fehlen, jedoch ist besonders darauf
zu achten die Flasche häufig und gründlich zu reinigen, da
Chinchillas die darin entstehenden Rotalgen nicht vertragen. Ein Zusatz
von speziellen Chinchilla-Vitaminen und besonders von Mineraltropfen
ist zu empfehlen. Auch an Calcium sollte es nicht Mangeln. Sollte ihr
Chinchilla die handelsüblichen Chinchilla-Calcium-Tabletten nicht
mögen, so kann man sich auch in der Apotheke Calcium-Tabletten (z.B.
Calcipot) besorgen (Dosierung beachten). Zweige von Obstbäumen,
um die Zähne abzunagen, gehören genauso zur Ernährung
des Chinchillas, wie ab und zu mal eine Sepia Schale.
Käfig.
Generell je größer der Käfig, desto besser. Ein Käfig
kann, wenn es dem Tier gut gehen soll, gar nicht groß genug sein.
Beim Chinchilla ist wichtig, dass der Käfig mehr hoch als breit
und mit Brettchen zum hochspringen versehen ist. Für ein einzelnes
Chinchilla sollte er mindestens 90 x 40cm groß und 75cm hoch sein
und die Türen sollten für die cleveren Tierchen nicht zu öffnen,
d.h. mit einer Sicherung gegen das Öffnen, versehen sein. Für
mehrere Tiere muss der Käfig natürlich dementsprechend größer
sein. Ebenso sollte dem Tier ein Schlupf- / Schlafhäuschen möglichst
weit oben auf einem Brettchen zur Verfügung stehen. Als Einstreu
können handelsübliche Kleintierstreu verwendet werden. Kein
Stroh, Katzenstreu oder Zeitungspapier verwenden, da auch die zum Tod
des Chinchillas führen kann. Da Chinchillas, wie bereits ausgeführt,
eine empfindliche Verdauung haben und gerne alles annagen, sollte auf
Plastikteile dringend verzichtet werden.
Ein Sandbad mit Chinchilla-Sand muss dem Tier ebenfalls zur Verfügung
stehen. Bitte verwenden Sie keinen Vogelsand, da dieser das Fell der
Chinchillas zerstört.
Auslauf:
Auch der größte Käfig kann allerdings den täglichen
Auslauf in der Wohnung nicht ersetzten. Mehrere Stunden „nächtlich"
sollten es schon sein. Ein Tier mit viel Auslauf ist wesentlich ausgeglichener
und friedlicher. Aber Vorsicht beim Auslauf: Nager knabbern gerne an
Kabeln, Möbeln und Klebstoffen, z.B. an der Tapete!
Haltung:
Generell sollten Chinchillas paarweise gehalten werden. Ein (kastriertes)
Männchen versteht sich meist problemlos mit Weibchen und auch zwei
Weibchen verstehen sich meist untereinander. Auch zwei Männchen
können sich verstehen, aber selbst in Familienverbänden werden
männliche Nachkommen oft ausgeschlossen. Gerade bei der Haltung
mehrerer Tiere ist auf ausreichende Größe des Käfigs
zu achten. Die Haltung von Chinchillas zusammen mit anderen Tieren ist,
nicht zuletzt wegen ihrer Nachtaktivität, abzulehnen.
Sollten Sie ein einzelnes Tier Zuhause haben bieten wir die Möglichkeit
ein Tier von uns zur „Probe" mit nach Hause zu nehmen und
an Ihren Liebling zu gewöhnen (ein paar Tage, wenn möglich,
die Tiere nebeneinander stellen, dann zusammen in einen größeren
Auslauf lassen und beobachten, ob sie sich vertragen). Vertragen sich
die Tiere dann doch nicht können Sie das „geliehene" Tier
jederzeit zurückbringen, dein auch Tiere mögen eben nicht jeden
Artgenossen.
Alter:
Chinchillas können über 18 Jahre alt werden. Sofern Sie noch
kein Chinchilla hatten empfehlen wir Ihnen sich ein Buch über Chinchillas
anzuschaffen. Hier finden sich meist viele nützliche Tipps und gerade
auch die etwas teureren Fachbücher helfen besonders die Tiere besser
zu verstehen und Krankheiten rechtzeitig zu erkennen.
Bei Krankheiten:
Chinchillas zeigen erst sehr spät, wenn sie wirklich krank sind,
da sie dann in freier Natur von dem „Rudel" ausgeschlossen
wurden. Chinchillas sind anfällig für Probleme mit dem Verdauungsapparat.
Daher ist es sinnvoll den Kot des Tieres zu beobachten. Verändert
sich der Kot, wird kleiner oder größer, sollte man überlegen
woran das liegen könnte. Stress, falsches Futter, Futterumstellung
oder ein angenagtes Plastikteil können eine Ursache sein. Auf alle
Fälle sollten sie mit Ihrem Tierarzt darüber reden. Nach einer
Behandlung ist gerade beim Chinchilla die Wiederherstellung der Darmflora,
z.B. mit Milchsäurebakterien, ratsam.
Des weitem muss beachtet werden, dass ein Chinchilla niemals nass werden
darf. Das Fell des Chinchillas bietet bei Nässe keinen Kälteschutz
mehr, das Chinchilla unterkühlt sich dadurch sehr schnell und stirbt. |