Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde des Tierschutzvereines, hiermit eröffne ich die
ordentliche Mitgliederversammlung des Tierschutzvereines Saale - Holzland - Kreis e.V.Von den eingeladenen Gästen hat sich der Landtagsabgeordnete Herr Konrad Illing wegen Krankheit entschuldigen lassen. Auch unser
Amtstierarzt Herr Dr. Meißner ist leider verhindert, an unserer Versammlung teilzunehmen.Herr Bundestagsabgeordneter Karsten Schönfeld, der übrigens ein langjähriges Mitglied unseres Tierschutzvereins ist, hat sich auch wegen
langfristiger Termine entschuldigt. Er hat mir aber ein Grußwort zu unserer Mitgliederversammlung übermittelt, dass ich jetzt verlesen möchte.
Die Vorstandsmitglieder Herr Ingo Lippert und Herr Matthias Wiesenhütter sind heute leider verhindert, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen.Die Vereinsmitglieder wurden zu unserer Mitgliederversammlung ordnungsgemäß nach
unserer Satzung eingeladen. Anträge zur Ergänzung der Tagesordnung sind nicht eingegangen.
Somit gilt die in der Einladung angekündigte Tagesordnung, die ich noch einmal bekannt gebe.
Tagesordnung:
1. Begrüßung der Mitglieder und Gäste, Bekanntgabe der Tagesordnung
2. Tätigkeitsbericht des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr
3. Bericht über Öffentlichkeitsarbeit
4. Bericht des Schatzmeisters
5. Bericht der Revisionskommission
6. Bericht über das Tierheim
7. Entlastung des Vorstandes
8. Auszeichnungen und Ehrungen
9. Aussprachen, Anfragen, Anträge
Tätigkeitsbericht des Vorstandes über das abgelaufene Amtsjahr:

Wie auch schon bei den letzten Mitgliederversammlungen möchte ich mit einigen statistischen Angaben über
unseren Tierschutzverein beginnen:
Die Mitgliederzahl ist im Vergleich zum Vorjahr wiederum leicht gesunken. Zur Zeit haben wir 224 Mitglieder. Vor einem Jahr hatten wir noch 228 Mitglieder. Das ist
innerhalb eines Jahres eine Abnahme um 4 Mitglieder. Wir hatten von März 2001 bis zum heutigen Tage 23 Neueintritte in unseren Tierschutzverein. Die Abnahme der
Mitgliederzahl resultiert aber überwiegend daher, dass eine größere Anzahl von Mitgliedern ihren Mitgliedsbeitrag für 2001 trotz schriftlicher Mahnung nicht bezahlt hat. Diese Mitglieder wurden aus unserer Kartei gelöscht.
Vereinzelt erfolgten auch Austritte, außerdem sind einige Mitglieder unbekannt verzogen. In diesem Zusammenhang die Bitte an unsere Mitglieder, dass Wohnungswechsel bekannt gegeben werden, damit unsere Kartei immer auf dem
aktuellen Stand ist und Einladungen oder ähnliches auch an die richtige Adresse geschickt werden können.
Ein Mitglied, und zwar Frau Hildegard Rittler, ist leider am letzten Montag verstorben. Frau Rittler wurde 97
Jahre alt und war bis zuletzt eine sehr engagierte Tierschützerin. Ich bitte die Anwesenden sich von ihren Plätzen zu erheben und in einer Gedenkminute der Verstorbenen zu gedenken.
Unser Tierschutzverein ist aber immer noch einer der mitgliedsstärksten Tierschutzvereine in Thüringen. Unser
ältestes Mitglied mit 92 Jahren ist Frau Hilde Löffler aus Eisenberg. Das jüngste Mitglied ist Patrick Harnisch aus Eisenberg mit 11 Jahren.
| Die Altersstruktur unserer Mitglieder: |
| |
|
| über 80 Jahre: |
8 Mitglieder |
| 60 bis 80 Jahre: |
46 Mitglieder |
| 18 bis 60 Jahre: |
124 Mitglieder |
| bis 18 Jahren: |
43 Mitglieder |
davon 16 bis 18 Jahre |
14 Mitglieder |
| 14 bis 16 Jahre: |
13 Mitglieder |
| bis 14 Jahre: |
16 Mitglieder |
| Von drei Mitgliedern ist uns das Geburtsdatum nicht bekannt. |
Wohnorte der Mitglieder:

Unsere Mitglieder kommen überwiegend aus dem Saale - Holzland - Kreis. Die meisten Mitglieder, nämlich 94,
kommen aus Eisenberg. Mit großem Abstand folgt Hermsdorf mit 36 Mitgliedern. Den dritten Platz mit 16 Mitgliedern nimmt Bad Klosterlausnitz ein. 13 Mitglieder kommen aus Jena.
Nach diesen kurzen statistischen Angaben zu unserem Tierschutzverein möchte ich jetzt über die Neuigkeiten und Problemen des Tierschutzvereines und des Tierheimes
sprechen, die wir in den letzten 12 Monaten hatten:
Der aktuelle Stand betreffs abgeschlossener Vereinbarungen zur Unterbringung und Versorgung von Fundtieren ist
folgender:
Der Saale - Holzland - Kreis hat ca. 92.000 Einwohner. Ein neuer Vertrag konnte im Berichtszeitraum mit
der Gemeinde Bollberg abgeschlossen werden. Die Gemeinde Bobeck hat die Vereinbarung mit uns gekündigt. Die bisher unterschriebenen Vereinbarungen repräsentieren ca.
62.700 Einwohner des Saale - Holzland - Kreises, das entspricht etwa 68 %.
Infolge der prekären finanziellen Lage unseres Tierschutzvereins haben wir die Pro-Kopf-Umlage für die Gemeinden, mit denen wir die Vereinbarung zur Unterbringung und Versorgung von Fundtieren abgeschlossen haben, von 1,00 DM
( 0,51 €) / Einwohner und Rechnungsjahr auf 0,75 € / Einwohner und Rechnungsjahr erhöhen müssen. Außerdem wurden ab 01.01.2002 die Gebühren für Fundtiere für die Gemeinden, die keine Vereinbarung zur Unterbringung und
Versorgung von Fundtieren mit dem Tierschutzverein Saale - Holzland - Kreis e.V. abgeschlossen haben, erhöht.
Nähere Angaben zur finanziellen Lage des Tierschutzvereines werden im Bericht des Schatzmeisters gemacht.
Die bauliche Entwicklung unseres Tierheimes in den letzten 12 Monaten:
Die angespannte finanzielle Situation ließ auch in den vergangenen 12 Monaten keine baulichen
Erweiterungen zu, auch wenn es notwendig gewesen wäre. Ein nach wie vor großes Problem ist die teilweise Überbelegung unserer Katzenzimmer. Hier sind zeitweise 20 Katzen in einem Raum. Es wäre daher notwendig, ein neues,
kleines zusätzliches Katzenhaus mit Freilauf zu bauen. Aus den laufenden Einnahmen lassen sich solche Investitionen aber nicht bestreiten. Große Erbschaften, wie bei den Tierheimen in den alten Bundesländern, sind bei uns auch
nicht zu erwarten. Nur Fördermittel des Landes Thüringen könnten eine Lösung sein. Bei solchen Baumaßnahmen kann der erforderliche Eigenanteil auch durch Eigenleistungen erbracht werden. Eine andere Möglichkeit wäre, dass
Baubetriebe einen Teil ihrer Leistungen als Spende zur Verfügung stellen.Im Erfahrungsaustausch mit anderen Tierheimen konnte eine kostengünstige Variante mit Containern für ein neues Katzenhaus gefunden werden. Wir haben uns
im Tierheim Altenburg diese Containervariante ansehen können, die sich dort sehr gut bewährt hat.
Auf dieser Grundlage wurde ein Projekt für ein neues Katzenhaus erarbeitet. In diesem Zusammenhang möchte ich mich ganz herzlich bei dem Bauingenieur Herrn Hartmut Ziegler vom Ingenieurbüro Ziegler und Partner aus Eisenberg
bedanken, der auf Basis der eingeholten Angebote die umfangreichen Bauplanmappen für die Beantragung der Baugenehmigung für uns auf Spendenbasis erarbeitet hat. Mein weiterer Dank an Frau Daßler vom Bauamt der Stadt Eisenberg,
die uns ebenfalls große Unterstützung gab.
Die Bauplanmappen wurden beim Landratsamt zur Beantragung der Baugenehmigung eingereicht, da aber abwassertechnischen Probleme noch gelöst werden müssen, wurden die Bauplanmappen zurückgenommen. Die Neueinreichung wird nach
Klärung der Abwasserprobleme erfolgen.
Kauf des Geländes des ehemaligen Kinderferienlagers
Dem Tierheimgelände vorgelagert ist das Gelände des ehemaligen Ferienlagers, dessen Eigentümer die
Treuhand ist bzw. war. Über dieses Gelände erfolgt die Zufahrt zum Tierheim und wir haben es als Parkplatz und Wäschetrockenplatz genutzt. In der Vergangenheit gab es Interessenten, die dieses Gelände kaufen wollten. Zum Glück
ist es dazu nicht gekommen, denn dann hätten wir unter anderem große Probleme mit der Zufahrt zum Tierheim bekommen.
Wir haben Ende vorigen Jahres dieses Ferienlagergelände von der Treuhand sehr günstig kaufen können. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang vielmals bei Frau Daßler und Frau Koschoreck von der Stadt Eisenberg bedanken, die
mich bei den Verhandlungen mit der Treuhand sehr unterstützt haben.
Unser neues Tierheimauto

Bei der letzten Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr habe ich darauf hingewiesen, dass unser
Tierheimauto, ohne das ein vernünftiger Tierheimbetrieb gar nicht möglich wäre, in die Jahre gekommen ist und bald auseinander fällt. Die damals angestrengten Bemühungen, über Stiftungen o. ä. an ein neues Tierheimauto zu
kommen, schlugen leider fehl. Ich habe auch darauf hingewiesen, dass uns die finanzielle Situation des Tierschutzvereins nicht erlaubt, ein neues Auto über Barzahlung bzw. Ratenzahlung anzuschaffen.
Erfreulicherweise hat sich am 30.04.2001 eine neue, positive Lage ergeben. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Eisenberg übergab dem Tierschutzverein Saale - Holzland -
Kreis e.V. eine Spende in Höhe von 10.000,00 DM für ein neues Tierheimauto. Diese großzügige Spende war ein erster und großer Baustein dafür.
Zusätzlich haben wir beim Land Thüringen auch noch Lottomittel in Höhe von 6.000,00 DM als Zuschuss für ein Tierheimauto beantragt und bekommen. Hierbei hat uns Herr Landtagsabgeordneter Konrad Illing sehr unterstützt, dem ich
dafür vielmals danken möchte.
Außerdem haben wir vom Deutschen Tierschutzbund e.V. einen Zuschuss von 5.000,00 DM aus dem Feuerwehrfond für unser neues Auto erhalten.
Da bei Bewilligung aller beantragten Mittel die Gesamtsumme noch nicht ausreichen würde, haben wir über die Presse an Firmen, Betriebe und Bürger des Saale-Holzland-Kreises appelliert, uns zu unterstützen. Außerdem haben wir
direkt Kontakte mit Firmen aufgenommen. Weiterhin habe ich an die Verwaltungsgemeinschaften und Städte des Saale-Holzland-Kreises, von denen ich annehmen konnte, dass sie uns eventuell unterstützen würden, geschrieben und um
einen Zuschuss für unser neues Tierheimauto gebeten. Und hierbei hatten wir große Erfolge. Ich möchte hiermit noch einmal allen Sponsoren und Unterstützern danken und nennen, die uns den Kauf des neuen Tierheimautos ermöglicht
haben: Es waren
Stadtwerke Eisenberg |
10.000,00 DM |
| Thüringer Sozialministerium |
6.000,00 DM |
| ZWE Eisenberg |
5.000,00 DM |
| Deutscher Tierschutzbund |
5.000,00 DM |
| Stadt Eisenberg |
2.000,00 DM |
| Konzept-Werbung |
1.000,00 DM |
| REWE Zipfel OHG Hermsdorf |
1.000,00 DM |
| K&G GmbH Eisenberg |
1.000,00 DM |
| Herr Fred Jaensch Stadtroda |
999,00 DM |
| VG „Dornburg“ |
500,00 DM |
| Stadt Stadtroda |
500,00 DM |
| Barbara Lechner † |
300,00
DM |
| VG „Heideland/Elstertal“ |
250,00 DM |
| VG „Hermsdorf“ |
200,00 DM |
Ich habe mich besonders gefreut, dass sich 2 Städte und 3 Verwaltungsgemeinschaften mit einem Zuschuss beteiligt haben, wohl
wissend, dass alle Kommunen finanzielle Probleme haben. Die meisten anwesenden Gäste und Mitglieder werden unser neues Auto noch nicht gesehen haben. Ich habe 4 Fotos
mitgebracht, die bei Interesse herumgegeben werden können.
Sponsoring für das Tierheim Eisenberg

Wie auch später aus dem Bericht des Schatzmeisters hervorgehen wird, ist eine wichtige Finanzierungsquelle das Sponsoring, da wir unbedingt darauf
angewiesen sind, um das Überleben des Tierheimes zu gewährleisten. Und wie es sich immer wieder erweist, ist es für uns sehr hilfreich und wichtig, wenn ein Geschäftsführer oder verantwortlicher Mitarbeiter einer Firma ein
Herz für Tiere hat. Dann haben wir für unser Tierheim und damit für unsere Tiere die notwendige Unterstützung.
Seit Jahren ist unser Hauptsponsor das SB-Warenhaus Globus Hermsdorf mit seinem Chef, Herrn Andreas Fuß. Aber auch Herr Peter Neukirch und die
Werbeabteilung vom SB-Warenhaus Globus sind immer zur Hilfe bereit.
Einen großen Dank auch an REWE-Zipfel im Brückencenter in Hermsdorf. Auch diese Verkaufseinrichtung unterstützt schon lange unser Tierheim in Eisenberg.
Besonderen Dank an Frau Thümmler von REWE, die eine große Tierfreundin ist und die immer wieder gute Ideen für unser Tierheim und somit für unsere Tier sucht.
Mein Dank geht auch an die Stadtwerke Eisenberg mit ihrem Chef Herrn Sosna. Herr Sosna ist immer bemüht, uns mit fachlicher Beratung einen kosteneinsparenden Betrieb des Tierheimes zu ermöglichen. Und wie ja vorhin schon
erwähnt, die großzügige Spende der Stadtwerke für unser Tierheimauto.
Beim ZWE Eisenberg mit ihrem Geschäftsführer Herrn Erhardt Beuter möchte ich mich ebenfalls bedanken. Neben der Spende für unser neues Auto bekommen wir auch fachliche Unterstützung und Beratung bei der Klärung der
Abwasserproblematik des Tierheimes.
Nicht vergessen bei meinem Dank an die Tierheimunterstützer möchte ich die Stadt Eisenberg mit ihrem Bürgermeister Herrn Ingo Lippert und vielen Fachabteilungen der Stadt Eisenberg, die uns bei anstehenden Problemen immer eine
Hilfe waren und sind.
Es gibt noch viele andere Sponsoren, die ich jetzt aber nicht alle aufzählen möchte. Wer sich für unsere Sponsoren interessiert kann sich gerne an unserer Katzenhauswand informieren. Dort haben wir Schilder angebracht, auf
denen diese Sponsoren genannt sind. Wir sind aber bestimmt nicht böse darüber, wenn wir noch einige Schilder anbringen können.
Die Höhepunkte in unserem Vereinsleben waren das wieder sehr erfolgreiche Tierheimfest und der Tag der offenen Tür anlässlich des Welttierschutztages im Oktober.
Ich hoffe, dass das Wetter zu unserem Tierheimfest, das am 10.08.2002 stattfinden wird, schön sein wird, denn davon hängt zum großen Teil der Erfolg ab. Auch in diesem Jahr wird wieder ein Tag der offenen Tür anlässlich des
Welttierschutztages stattfinden, und zwar am 06.10.2002. Alle Gäste und Mitglieder sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen.
Wie schon in der Einladung zu unserer Mitgliederversammlung angesprochen, bitten wir die Anwesenden zu prüfen, wie Sie das Tierheimfest unterstützen können.
Staatsziel Tierschutz 
Was soll das Staatsziel Tierschutz bringen? Das
Kräfteungleichgewicht zwischen der nahezu zügellosen Tiernutzung einerseits und dem Tierschutz andererseits ist nicht zuletzt auch das Resultat eines Missverhältnisses im deutschen Grundgesetz.
Im Grundgesetz sind - durchaus zu Recht - die Freiheit von Forschung, Lehre oder Kunst besonders geschützt. Tiere jedoch, deren Schutz sicher ein gleich berechtigtes Anliegen darstellt, genießen keine verfassungsmäßige
Protektion.
Daher sind alle Tierschutzregelungen, die in einfachen Gesetzen unterhalb der Verfassungsebene durchgesetzt werden konnten, spätestens dann wertlos, wenn dem Tierschutz ein in der Verfassung garantiertes Grundrecht entgegen
gehalten wird. In diesem Fall wird nicht danach gefragt, ob zum Beispiel ein Tierversuch, mit dem ein Wissenschaftler nur seine private Neugier befriedigen will, zu rechtfertigen ist. Was allein zählt, ist die Tatsache, dass
die Forschungsfreiheit in der Verfassung verankert ist und der Tierschutz eben nicht.
Nur durch ein Staatsziel Tierschutz könnte den Freiheits- und Nutzungsrechten des Menschen auf Verfassungsebene etwas Greifbares zum Schutz der Tiere entgegengesetzt werden. Wenn der Schutz der Tiere als Ziel des Staates im
Grundgesetz verankert wäre, wäre wenigstens die Voraussetzung dafür geschaffen, dass er nicht von vornherein als nachgeordnetes Rechtsgut unterlegen ist. Es gäbe eine Möglichkeit die Interessen gegeneinander abzuwägen.
Es geht darum, den Umgang mit dem Mitgeschöpf Tier in ethisch verträgliche Bahnen zu lenken. Mit der Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz wären Tiere weder dem Menschen gleichgestellt noch wäre deren Nutzung unmöglich.
Das Staatsziel Tierschutz hat nichts mit der Durchsetzung von Tierrechten zu tun. Es geht allein um Tierschutz.
Das Schächt-Urteil des Bundesverfassungsgerichts zeigte die unbedingte Notwendigkeit, dass der Tierschutz ins Grundgesetz muss.
Die Praxis des Schächten, d.h. das trotz möglicher Elektrokurzzeitbetäubung zur Bewusstseinsausschaltung betäubungslose Schlachten von Tieren, ist mit
erheblichem Tierleid verbunden. Dennoch hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am 15.01.2002 dem Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Schächten ohne jede Einschränkung stattgegeben. Diese Entscheidung
zeigt, dass eine Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz unerlässlich ist. Nur wenn der Schutz der Tiere Verfassungsrang besitzt, wird eine ernsthafte Abwägung zwischen dem Tierschutz und anderen Werten der Verfassung
erfolgen.
Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpfen Tierschützer für die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz. Nachdem bereits elf von 16 Bundesländern den Tierschutz in ihrer
Verfassung verankert haben, gebietet es auch Artikel 72 Abs. 2 Grundgesetz zur Wahrung der Rechtseinheit, den Schutz der Tiere festzuschreiben.
Der Schutz der Tiere muss als Staatsziel in der Verfassung festgeschrieben werden. Ohne Verankerung im Grundgesetz kann – wie das Urteil des
Bundesverfassungsgericht zeigt –, der Tierschutz gegenüber anderen Grundrechten unterliegen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts habe nochmals in aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig es ist, dass der Schutz der
Tiere endlich Verfassungsrang erhält.
Solange Tiere, insbesondere unter Berufung auf die vorbehaltlosen Grundrechte der Religions-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit, gequält werden dürfen, solange hilft ihnen
kein noch so gutes Tierschutzgesetz. Die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz bildet zudem eine Voraussetzung dafür, den Schutz der Tiere auch gegen die Ansprüche einer profitorientierten Wirtschaft durchzusetzen.
Am 19.03.2002 hat sich der CDU-Bundesvorstand nun dafür ausgesprochen, den Tierschutz im Grundgesetz zu verankern. Demnach steht für die voraussichtlich am 16.
Mai stattfindende Bundestagsabstimmung zum Thema in Aussicht, dass für die entsprechende Erweiterung des Artikels 20a Grundgesetz endlich die notwendige Zweidrittelmehrheit zustande kommt.
Unsere Tierfreundin und Vorstandsmitglied Christa Fischer die übrigens vor kurzem ihren 75. Geburtstag feiern konnte, möchte aus einem besonderen
Anlass ein paar Worte sagen. Zum Gedicht klick hier
Ernennung von Ehrenmitgliedern des Tierschutzvereines Saale-Holzland-Kreis e.V.
Als letzten Punkt meiner Ausführungen habe ich die angenehme Aufgabe, auf den § 3 unserer Vereinsatzung hinzuweisen. Da bestimmt die wenigsten Mitglieder
diesen Paragraphen kennen, möchte ich ihnen den Wortlaut vorlesen:
In der Satzung des Tierschutzvereins „Saale - Holzland - Kreis e.V.“ ist unter § 3, Absatz 3 ausgeführt: Zu Ehrenmitgliedern kann der Verein Persönlichkeiten ernennen, die sich um den Tierschutz im Allgemeinen
und um den Verein im besonderen hervorragende Verdienste erworben haben.
Ich habe nun heute die ehrenvolle Aufgabe, zwei engagierte Tierfreunde zu Ehrenmitgliedern zu ernennen.
Bei meinem Dank an die Unterstützer und Sponsoren wird vielleicht einigen aufgefallen sein, dass ich den Landkreis bzw. den Landrat nicht genannt habe. Ich habe den Tierfreund Herrn Jürgen Mascher aber nicht vergessen, im
Gegenteil. Ich möchte Herrn Landrat Jürgen Mascher heute zum Ehrenmitglied ernennen wegen seiner jahrelangen Unterstützung unseres Tierschutzvereins und des Tierheimes. Wenn ich mich mit unseren Nöten und Problemen (von denen
wir gewiss nicht wenige haben) an unseren Landrat wandte, hatte er immer ein offenes Ohr, zeigte Interesse und versuchte uns und damit die Tieren nach seinen Möglichkeiten zu unterstützen und zu ihnen helfen. Vielen Dank
dafür!
Die zweite Person, die ich heute zum Ehrenmitglied ernennen darf, ist unser Amtstierarzt Herr Dr. Martin Meißner. Herr Dr. Meißner, der übrigens auch Mitglied im Thüringer Tierschutzbeirat ist, ist seit vielen Jahren im
Saale-Holzland-Kreis seitens des Veterinäramtes für den Tierschutz, und somit auch für unser Tierheim zuständig. Ich muss sagen, dass ich seit Anfang an, seit dem ich als Vorsitzender des Tierschutzvereins amtiere, Herrn Dr.
Meißner als hilfsbereiten und kooperativen Amtstierarzt kennen gelernt habe. Wir können froh sein, dass wir so einen verständnisvollen Amtstierarzt haben. Ich weiß durch meine Kontakte bei den Landestierschutzversammlungen
von Thüringen mit den anderen Thüringer Tierschutzvereinen, dass es sehr oft Probleme und Differenzen mit den zuständigen Amtstierärzten gibt.
Zum Abschluss möchte ich noch Herrn Dr. Dieter Linke mit der bronzenen Ehrennadel des Deutschen Tierschutzbundes und einer Ehrenurkunde auszeichnen.
Auf diesem Wege möchten wir uns bei unserem Tierheimtierarzt Herrn Dr. Linke für die gute Zusammenarbeit mit dem Tierheim, für die schnelle tiermedizinische Hilfe bei Notfällen bei Tag und in der Nacht bedanken und für die
gute Versorgung der Tierheimtiere in den vergangenen 10 Jahren. |