Tierschutzverein

Saale-Holzland-Kreis e.V.
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Durch Frau Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit Christine Lieberknecht erfolgte am 29.09.2008 die Ehrung mit dem
 
Tierschutzpreis 2008
 
in der Stadthalle Eisenberg. Ausgezeichnet wurden:
 
  • Frau Dr. Ingrid Röschke, In der Grafschaft 8, 99817 Eisenach
  • Frau Dagmar Zinner, Bettelheckerstraße 57, 96515 Sonneberg
  • Herr Peter Rothe, Am Stadion 16, 07629 Hermsdorf
  • Wildbetrieb Krempel-Köhler GbR, Unter dem Bornberg 2, 99636 Schafau
  • Wipfrataler Ziegenhof, Hauptstraße 21, 99310 Görbitzhausen
 

Die Begündungen:

 
Mit dem Thüringer Tierschutzpreis 2008 wird   Frau Dr. Ingrid Röschke, In der Grafschaft 8, 99817 Eisenach  für die Betreuung und Pflege von Fundvögeln und Igeln ausgezeichnet.

Begründung:
Frau Dr. Röschke kümmert sich seit 1985 vor allem um in Not geratene Wildvögel, die entweder aus dem Nest gefallen sind oder als elternlose Nestlinge aufgefunden wurden. Jedes Jahr versorgt sie ca. 75 Vogel-Findelkinder. Seit 2001 kümmert sie sich auch noch aufopferungsvoll um kranke und hilfsbedürftige Igel. Sie scheut keine Zeit und Mühe bei der Pflege und Aufzucht der ihr anvertrauten Lebewesen.
Darüber hinaus unterstützt sie auch andere Tierschützer, denen sie ihre geräumigen Unterbringungsmöglichkeiten für die Versorgung von Tieren anbietet.
Im Hause Röschke gibt es auch noch diverse Heimtiere wie Singsittiche, Wellensittiche, Kanarienvögel und Tauben zu versorgen, die ebenfalls aus Notsituationen gerettet oder zur vorübergehenden Betreuung gebracht wurden und nun bei Familie Röschke leben. Der Einsatz für all diese Pfleglinge stellt Frau Dr. Röschke immer wieder vor große Herausforderungen sowohl aus physischer als auch psychischer Sicht. Alle bei der Pflege anfallenden Kosten trägt Familie Röschke selbst. Als Lehrerin aus Berufung war Frau Röschke ihren Schülern menschlich immer ein großes Vorbild. Dabei hatte sie es sich auch zur Aufgabe gemacht, ihre Schüler für die Belange des Tierschutzes zu sensibilisieren.
Auch heute noch ist die Vermittlung des Tierschutzgedankens an Kinder und Jugendliche eine Herzenssache von Frau Dr. Röschke. So besucht sie mehrmals im Jahr Kindergärten, Horte und Schulen und hält Vorträge über die Lebensweisen und Ansprüche der verschiedensten Tierarten, aber auch über die Möglichkeiten, ihnen in Notsituationen zu helfen. Ihre Fach- und Sachkompetenz wird Thüringen weit geschätzt. Regelmäßig kommen Familien und Kinder zu Besuchen bzw. Besichtigungen zu ihr. Vielen Tierfreunden hat sie mit Rat und Tat geholfen, vor allem durch die Aufnahme hilfsbedürftiger Tiere. Auch im Internet gibt Frau Dr. Röschke ihre Kenntnisse weiter. Vor allem im Wildvogelforum bereichert sie die Diskussionen durch ihren großen Erfahrungsschatz.

Der Vorschlag wurde vom Tierschutzverein Eisenach e.V. sowie von Frau Frau Dr. Brunnemann, Frau Bergmann, Frau Gutschke, Frau Schlitter und Frau Wutschke eingereicht.

 
Mit dem Thüringer Tierschutzpreis 2008 wird  Frau Dagmar Zinner, Bettelheckerstraße 57, 96515 Sonneberg  für die Pflege und Betreuung von verletzten Wildtieren ausgezeichnet.

Begründung:
Frau Zinner betreibt eine Pension für Hunde und Katzen und arbeitet als Hundepflegerin.

Ihre Passion, sich um verirrte und verletzte Wildtiere, besonders Vögel, zu kümmern, begann bereits in den Kindertagen. Schon damals hatte sie die Gabe, mit ihrer Stimme Vögel anzulocken.
Heute besitzt sie ein Anwesen in Bettelhecken, einem Stadtteil von Sonneberg, und damit auch die Räumlichkeiten, den verängstigten und in Not geratenen Tieren zu helfen. Manche Tiere findet sie selbst, oft werden diese ihr aber gebracht, damit sie sie gesund pflegen kann. Mittlerweile sind es schon mehr als 200 Tiere, die sie auf eigene Kosten gepflegt, aufgepäppelt und wieder ausgewildert hat. Darunter befinden sich auch zwei Eichhörnchen, die stark unterernährt und verletzt, von Tierfreunden gerettet und Frau Zinner zur Betreuung übergeben wurden. Frau Zinner gelang es mit großem Engagement, die Lebensgeister zu wecken. Nach einem ersten Aufenthalt im Haus kamen die Eichhörnchen dann in eine Voliere ins Freie, um sie auf das Leben in der Freiheit vorzubereiten. Inzwischen haben sie ihr Domizil wieder verlassen können. Frau Zinner geht ganz in ihrer Hilfe für die ihr anvertrauten Tiere auf. Ihr größtes Geschenk ist es, wenn die Vögel sie „besuchen“ und sie deren Dankbarkeit spürt. Ihr Engagement hat sich über den Landkreis Sonneberg hinaus bis ins Fränkische herum gesprochen, so dass immer mehr Tiere gebracht werden. Um die Arbeit und Fürsorge auf mehrere Schultern zu verteilen, bemüht sie sich zurzeit, den Verein „Wildvögelhilfe Sonneberg“ zu gründen.

Der Vorschlag wurde von Frau Beate Meißner, Mitglied des Thüringer Landtags, eingereicht. Sie schreibt in ihrer Begründung: „Ich habe selten einen Menschen getroffen, der so selbstlos und voller Hingabe zu den Tieren und im Einklang mit der Natur lebt“.

 
Mit dem Thüringer Tierschutzpreis 2008 wird Herr Peter Rothe, Am Stadion 16, 07629 Hermsdorf für seinen langjährigen Einsatz für Tiere in Not und die ehrenamtliche erfolgreiche Leitung eines Tierschutzvereins mit Tierheim ausgezeichnet.

Begründung:

Herr Rothe trat 1994 dem Tierschutzverein Saale-Holzland-Kreis e. V. bei und übernahm zwei Jahre später als 1. Vorsitzender die Führung des Vereins. Durch sein unermüdliches Wirken konnte vielen in Not geratenen Tieren geholfen und der Tierschutzgedanke in der Region immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden. Unter seiner fachkundigen und sachlichen Leitung gelang es, den Betrieb des Tierheimes Eisenberg auch in vor allem aus finanzieller Sicht schwierigen Zeiten nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern sogar stetig zu verbessern. Bei all den vielen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für die Tiere notwendigen Baumaßnahmen packte er immer tatkräftig mit an und motivierte damit auch viele Mitglieder des Vereins.Täglich setzt er seine Freizeit für die Belange des Tierschutzvereins sowie des Tierheimes und damit für die Tiere ein. Ungeachtet seiner Berufstätigkeit ist Herr Peter Rothe jederzeit erreichbar, um zur Lösung akut auftretender Tierschutzfälle beizutragen. Hervorzuheben ist besonders seine Freundlichkeit und Fachkompetenz. Er scheut keine Mühen, wenn es um die Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens der Tiere geht. Herrn Peter Rothe ist es gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern und Tierheimmitarbeitern gelungen, das Tierheim Eisenberg zu einer sehr erfolgreichen Tierschutzeinrichtung auszubauen und zu entwickeln, wobei die Pflege und Betreuung beispielhaft ist. Dies zeigt sich auch in einer hohen Vermittlungsquote der aufgenommenen Tiere. Seiner hohen Einsatzbereitschaft und seinem Organisationstalent ist es zu verdanken, dass Baumaßnahmen schnell vorangingen und fristgerecht abgeschlossen werden konnten. Dazu gehört auch die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, Betrieben und Einrichtungen, die es ermöglichte, Sponsoren und Helfer zu finden. Besonders herauszustellen ist das hervorragende Verhältnis zwischen Tierheim, Tierschutzverein und Stadtverwaltung Eisenberg, das neben einem Bürgermeister und einer Stadtverwaltung mit einem offenen Ohr für Tierschutzbelange auch auf das fachkompetente Wirken und sachliche Auftreten von Herrn Rothe zurückzuführen ist. Da eine derartige Zusammenarbeit zwischen organisiertem Tierschutz und Kommune noch nicht überall die Regel ist, stellt dies ein nachahmenswertes Beispiel dar.

Der Vorschlag wurde vom Tierschutzverein Saale-Holzland-Kreis e. V. eingereicht.

 
Mit dem Thüringer Tierschutzpreis 2008 wird der Wildbetrieb Krempel-Köhler GbR, Unter dem Bornberg 2, 99636 Schafau für die artgerechte landwirtschaftliche Wildwiederkäuerhaltung ausgezeichnet.

Begründung:
Der Wildbetrieb Krempel-Köhler betreibt seit 2005 eine nutztierartige Damwildhaltung. In dem Wildgehege werden auf einer Äsungsfläche von 4 ha gegenwärtig 29 Alttiere und 28 bis 30 Kälber mit dem vorrangigen Ziel der Wildfleischerzeugung und der Landschaftspflege gehalten.
Die Errichtung und Betreibung dieser Damwildhaltung erfolgt nach der Thüringer Leitlinie zur effizienten und umweltverträglichen Wildwiederkäuerhaltung.
Die natürlichen Bedingungen sind durch einen flachgründigen Muschelkalkboden geprägt. Die Geländestruktur ist wellig mit Baum- und Strauchbewuchs. Der hohe Gehölzanteil der Gehegefläche garantiert, dass das Wild neben den ertragreichen Äsungsflächen ausreichend Sicht- und Witterungsschutz sowie Rückzugsmöglichkeiten nutzen kann.
Im Interesse einer effektiven Weidewirtschaft einschließlich Durchführung der notwendigen Hygienemaßnahmen auf den Grünlandflächen ist das Gehege in drei Koppeln unterteilt. Die Tiere ernähren sich während der Vegetationsperiode vorrangig vom Pflanzenbestand des Geheges. Zur Übergangs- und Winterfütterung wird Heu in Rundballenraufen eingesetzt. Die Jungtiere erhalten über Kälberfütterungseinrichtungen zusätzlich Getreide. Die Mineralstoffversorgung wird über Lecksteine, die Wasserversorgung über mobile Tränken abgesichert.

Die 2007 erbaute Fanganlage erfüllt die Anforderungen des Tierschutzes und ermöglicht eine effektive Tierkennzeichnung und Parasitenbekämpfung.
Im Ergebnis einer hohen Qualität des Zaunbaus und der Gehegeeinrichtungen sowie der tier- und umweltgerechten Haltung, der bedarfsgerechten Fütterung und dem hervorragenden Herden- und Weidemanagement werden hohe Aufzuchtraten und hohe Lebend- bzw. Schlachtgewichte bei Alt- und Jungtieren erreicht.
Diese Leistungsparameter sind eine wesentliche Grundlage für die Rentabilität der landwirtschaftlichen Wildfleischproduktion im Wildbetrieb Krempel-Köhler GbR und Ausdruck des Wohlbefindens der Tiere.

Der Vorschlag wurde von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft eingereicht.

 
Mit dem Thüringer Tierschutzpreis 2008 wird der Wipfrataler Ziegenhof, Hauptstraße 21, 99310 Görbitzhausen für die artgerechte Haltung von Ziegen ausgezeichnet.

Begründung:
Frau Anke Mücke und Herr Rainer Wirth begannen vor sechs Jahren mit der Ziegenzucht. Derzeit halten sie einen Bestand von etwa 50 Tieren, davon 24 Zuchtziegen. Es wird ausschließlich die Thüringer Wald Ziege gehalten. Damit will der Ziegenhof einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung einer vom Aussterben bedrohten Nutztierart leisten.
Der Wipfrataler Ziegenhof arbeitet konsequent nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus und legt besonderen Wert auf eine art- und tierschutzgerechte, möglichst naturnahe Tierhaltung.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es, 14 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, vor allem Grünland, zu pachten. In der Hauptweidezeit sind die Tiere sechs bis sieben Stunden auf der Weide. Ist ein Weidegang aufgrund extremer Witterungsverhältnisse nicht möglich, stehen den Tieren drei Ausläufe zur Verfügung. Ganzjährig wird Heu ad libitum sowie Grünfutter auf der Weide, ergänzt durch Kraftfuttergaben gefüttert. Das Grünfutter wird im eigenen Betrieb erzeugt. Die Muttertiere werden in einer Großgruppe im großvolumigen, zugluftfreien und mit Stroh eingestreuten Außenklimastall gehalten. Pro Ziege steht eine Gesamtstallfläche von 3,2 m2 zur Verfügung, die aus einem Ruhebereich sowie einer über drei Höhenstufen verteilten Liegefläche besteht. Die stockwerkartig gestalteten Liegeflächen werden von den Ziegen als Ruheplätze, aber auch zum Klettern und Springen sehr gut angenommen. Durch diese Ausweichmöglichkeiten werden Rangordnungskämpfe deutlich reduziert und eine ruhige Atmosphäre in der weidefreien Zeit im Stall erreicht. Ab Ende Februar, bei wieder steigenden Temperaturen, beginnt die Ablammzeit. Bei mehr als zwei lebend geborenen Lämmern je Mutterziege fallen ca. 50 Lämmer an. Die fachgerechte und engagierte Betreuung, intensive Geburtsüberwachung und vorbildliche Aufzucht sind die Basis für geringe Tierverluste und einen guten Gesundheitszustand der Herde. In der Ablammperiode 2008 hat es keine Aufzuchtverluste gegeben. Zweimal täglich werden die Tiere mittels Kannenmelkanlage in einem Melkstand gemolken. Herzstück des Ziegenhofes ist die Käserei, in der mit hoher Fachkompetenz sehr schmackhafter Frisch- und Weichkäse hergestellt wird. Beeindruckend ist der sehr enge Kontakt der Betreiber des Ziegenhofes zu den Tieren. Alle Bestrebungen sind darauf gerichtet, den Ziegen eine optimale Umwelt zu schaffen.

Der Vorschlag zur Auszeichnung wurde vom Landesverband Thüringer Ziegenzüchter e. V. und der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft eingereicht.

 
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